Pädagogisches Handeln

Sprache, Sprechen, Kommunikation

Seit Anfang Mai 2011 nimmt unsere Einrichtung an der Bundesinitiative „Schwerpunkt- Kita Sprache und Integration“ teil.
Das beinhaltet, dass wir eine zusätzliche Fachkraft mit 19,5 Wochenstunden zur Verfügung haben, die  in unserem Haus  für die Sprachförderung  der Kinder zuständig ist.
Ferner gehört zu ihren Aufgaben die kontinuierliche Fortbildung sämtlicher pädagogischen Fachkräfte und die Unterstützung und Begleitung der Eltern im Bereich Sprache und Integration.
Für die dafür benötigten Materialien etc. steht ein gesondertes Budget bereit.
Möglich macht dies das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Projekt „Frühe Chancen…..“  für bis zu 4000 Kitas in ganz Deutschland.
Die Bundesinitiative endet im Dezember 2014.
Eine weitere Form der Sprachförderung in einer größeren Gruppe ist das Konzept der „Sprache durch Bewegung“ (nach Renate Zimmer), in der sich die Kinder durch den Einsatz von Bewegungsspielen mit der Sprache beschäftigen.
An diesen Gruppen nehmen vorrangig Kinder mit Deutsch als Zweitsprache teil, sowie Kinder, die noch Unterstützung in der Wortschatzerweiterung, Artikelbildung, etc. benötigen. Aber auch zurückhaltende Kinder können dabei besser aus sich herauskommen.
Zweimal in der Woche treffen sich ausgewählte Gruppen in der Turnhalle, um sich mit geeigneten Spielen zu beschäftigen. Dabei betreuen zwei Fachkräfte die Kinder, um einen hohen Sprachanteil zu gewährleisten.

Im täglichen Miteinander lernen die Kinder, sich mitzuteilen und auszutauschen; verbal und nonverbal. Durch diese Signale können die Kinder Kontakte aufnehmen und sich in die Gruppe integrieren. Dies motiviert sie, ihre sprachlichen Möglichkeiten zu erweitern.
Erwachsene und andere Kinder sind immer Sprachvorbilder im Alltag. Kommunikation bedeutet jedoch nicht nur gesprochene Sprache. Gerade Kinder, die noch nicht sprechen können und / oder die deutsche Sprache noch nicht vollständig beherrschen, äußern sich mehr über Mimik, Gestik, Verhaltensweisen, usw.
Mit der sprachlichen Erweiterung ist es den Kindern außerdem möglich, Bedürfnisse und Gefühle zu äußern. Dies ist uns sehr wichtig, um die Kinder besser verstehen zu können.
Wir beginnen damit die Mimik und Gestik der Kinder für sie zu verbalisieren.
Zudem wollen wir die Sprechfreude der Kinder wecken und erhalten. Das erreichen wir, indem wir regelmäßige Gespräche mit ihnen führen und sie darin positiv bestärken, wie z.B. in Bilderbuchbetrachtungen, Gesprächsrunden oder dem Kommentieren von Alltagssituationen.

Auch die Grundschule Bersenbrück bietet eine Sprachförderung für alle Kinder im Vorschulalter an, deren Sprachförderbedarf ermittelt wurde.

Kulturelle Integration, Werte und Normen

Damit ein gutes Zusammenleben gelingen kann, ist es wichtig jeden Menschen mit seinen Stärken, Schwächen und individuellen Besonderheiten anzunehmen und wertzuschätzen.
Gerade wenn verschiedene Kulturen aufeinander treffen, spielt ein respektvoller Umgang miteinander eine große Rolle.
Im täglichen Leben lernen die Kinder Toleranz und Achtung im Umgang mit ihren Mitmenschen. Unterschiede der Kinder werden nicht negativ bewertet, sondern als Chance für offene Gespräche über verschiedene Gewohnheiten und Maßstäbe genutzt. Jeder Kulturkreis setzt andere Schwerpunkte, die wir akzeptieren und in unseren Alltag berücksichtigen / umsetzen. Dazu gehören auch, trotz Sprachschwierigkeiten, eine gute Zusammenarbeit zu gewährleisten.
Wir als Erzieher sind den Kindern in unserem Verhalten Mitmenschen und der Umwelt (Gegenständen) gegenüber ein Vorbild.
Dieser Umgang ist geprägt von Werten und Normen, die sich an der christlichen Wertvorstellung orientieren.
Durch das gemeinsame Gestalten wiederkehrender Rituale und Feste im jahreszeitlichen Ablauf mit Eltern und Kinder (z.B. St. Martins Feier, Weihnachten, Einschulungsgottesdienst, usw. …) werden diese Werte erlebt und gefestigt.

Bewusstsein für Körper, Bewegung und  Gesundheit

In unserer Einrchtung wird sehr viel Wert auf ein gesundes Körperbewusstsein gelegt.
Grundsätzlich bringt jedes Kind Neugierde und Freude am Entdecken der eigenen körperlichen Fähigkeiten mit. Das heißt, die Kinder möchten ihren eigenen Körper und den der Anderen kennen lernen und ihre Grenzen erleben.
Um den Kindern in der Richtung unterschiedliche Erfahrungen zu ermöglichen, können sie bei uns an vielfältigen Angeboten teilnehmen. Das sind z.B. Bewegungsbaustellen in der Turnhalle, Sinneserfahrungen im Matschraum (mit Rasierschaum o.ä.), die Nutzung des Naturspielplatzes mit seinen Möglichkeiten zum Klettern, Balancieren, Bauen und Konstruieren, etc.
Damit die Kinder ein ganzheitliches Körperbewusstsein entwickeln können, spielt die gesunde Ernährung eine große Rolle. Dadurch das wir den Kindern täglich frisches Obst und Gemüse zu ihrem mitgebrachten Frühstück anbieten, machen wir sie mit gesunder Ernährung vertraut.
Bei gemeinsamen Koch- und Backangeboten werden Körper und Sinne gleichzeitig angesprochen und Ernährungsgewohnheiten positiv beeinflusst.
Zudem unterstützen wir das Ernährungsbewusstsein der Kinder mit einem gesunden Frühstück, das wir einmal wöchentlich anbieten. Durch das Zusammenspiel von gesunder Ernährung, Bewegungsangeboten und Sinnesanreizen unterstützen wir die Entwicklung des Körperbewusstseins der Kinder.

Soziales Miteinander

Wir ermöglichen jedem Kind in unserer Einrichtung, Beziehungen zu anderen Kindern und Erwachsenen aufzubauen. Bei diesem Beziehungsaufbau ist es uns besonders wichtig, dass die Kinder lernen, sich gegenseitig zu respektieren und wertzuschätzen. Um dieses umsetzen zu können, müssen die Kinder erst einmal ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse kennen. Durch den Respekt und die Wertschätzung des einzelnen Kindes gegenüber anderen, lernt es deren Bedürfnisse wahrzunehmen und zu akzeptieren. Dadurch ermöglichen wir den Kindern einen freundlichen Umgang miteinander.
All dies erreichen wir durch das tägliche Miteinander. Die Kinder vertiefen, dass sie sich an vorgegebene Regeln und Grenzen zu halten haben. Diese werden aber auch von den Bedürfnissen anderer Kinder beeinflusst, wie z.B. „wir schlagen keine anderen Kinder“.
Nicht nur im harmonischen Miteinander, sondern auch in Konfliktsituationen, lernen die Kinder eigene Bedürfnisse und Gefühle, sowie die Anderer wahrzunehmen und zu akzeptieren.
Wir leben die Regeln und Grenzen gemeinsam mit den Kindern und dienen somit als Vorbilder.

Selbstorganisation durch äußere Struktur und feste Abläufe

Jedes Kind hat ein Recht darauf, eigene Erfahrungen zu machen, indem es Dinge selbst erlebt.
Innerhalb festgelegter Abläufe, hat das Kind die Möglichkeit seinen Vormittag selbst zu gestalten.
Das selbstständige Tun und das eigene Handeln steht dabei besonders im Vordergrund.
Von den Erziehern angehende Impulse können dem Kind helfen, sich im Alltag zu strukturieren.
Zwischen zahlreichen Angeboten, wie z.B. experimentieren in der Lernwerkstatt, spielen in der Turnhalle, entspannen im Traumland, uvm. Kann sich das Kind entscheiden und dabei seine Bedürfnisse und Interessen erkennen und befriedigen.
Das selbstständige Tun und das eigene Handeln stehen dabei im Vordergrund.
–          Arbeitsmaterialien, wie Stifte und Scheren organisieren und wieder aufräumen.
–          An das Frühstück denken und sich dafür im Kinderkaffee selbst versorgen mit Teller, Becher,             Trinken.
–          Sich alleine An- und Ausziehen
Die Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Kinder somit erwerben werden, sind eine wichtige Grundlage für einen selbstbestimmten Lebensweg.

Mathematische und naturwissenschaftliches Grundverständnis

Die Welt in der Kinder aufwachsen ist voller Mathematik. Geometrische Formen, Zahlen und Mengen lassen sich überall entdecken.
In unserer Einrichtung bieten die Funktionsbereiche den Kindern auf spielerische Art und Weise die Möglichkeit, den Umgang mit unterschiedlichsten Materialien zu lernen. Die Kinder werden angeregt Mengen zu erfassen und zu vergleichen, sowie Raum – Lage Beziehungen zu erkennen und zu bezeichnen. Im Umgang mit Waage, Meterstab und verschiedenen Gefäßen lernen die Kinder abzuwiegen, zu messen und Rauminhalte zu vergleichen.
Beim Konstruieren und Bauen, bei Würfelspielen und Abzählreimen, wird Mathematik sichtbar und täglich erfahrbar.
Die Kinder haben bei uns die Möglichkeiten mit Lupengläsern, Magneten und vielen anderen Dingen zu experimentieren und ihren Bedürfnissen auf den Grund zu gehen.
Bei angeleiteten Experimenten in der Lernwerkstatt, stellen wir das benötigte Material bereit.
Wir erarbeiten gemeinsam mit den Kindern den Versuchsablauf und geben Impulse zum selbstständigen Handeln.
Auch in unserer Lernwerkstatt stellen wir den Kindern vielfältige Materialien zur verfügung, um den Umgang mit Buchstaben zu erfahren und Nachzuahmen. (Z.B. Schreibmaschine, Stempelkissen, Buntstifte, Tafeln uvm.).

Kognitive Kompetenzen

Wir fördern und fordern die kognitiven Kompetenzen durch das Spiel. Damit die Kinder Freude am Lernen entwickeln können, ist uns die spielerische Vermittlung wichtig.
Durch spannende Angebote wie z.B. das Spielen im Matschraum, wird die Neugierde der Kinder geweckt. Hier bekommen sie die Gelegenheit alle Sinne zu nutzen und ihre Fähigkeiten auszuprobieren. Sie lernen Unterschiede wie warm-kalt, nass-trocken, weich-hart, etc. kennen und bekommen die Möglichkeit mit verschiednen Materialien wie Sand, Schaum, Wasser, Creme, usw. zu experimentieren.
In den verschiednen Funktionsbereichen geben wir den Kindern genügend Raum und Zeit ungestört mit unterschiedlichen Materialien wie z.B. Regelspiele, Bastel- oder Konstruktionsmaterialien zu arbeiten.
Im Tagesablauf bekommen die Kinder die Möglichkeit, altersgerechte Angebote wahrzunehmen. So wird im Morgenkreis durch Lieder, Spiele und Reime das Gedächtnis des Kindes trainiert.
Im Spiel verstehen wir es als unsere Aufgabe, die Kinder in ihren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten zu begleiten und anzuregen. Wir erklären Zusammenhänge und vermitteln Wissen auf kindgerechte Weise, z.B. durch Bilderbuchbetrachtungen oder das gemeinsame Puzzeln. Besonders in unserer Vorschularbeit kommt dieser Aspekt immer wieder zum Tragen. Durch die altershomogene Gruppe, haben die Kinder die Möglichkeit sich intensiv mit einer Sache auseinander zu setzen. Hier lernen sie auf spielerische Art und Weise Farben, Formen, Körperteile und Weltwissen kennen.
Um die kognitive Entwicklung des Kindes festzuhalten, dokumentieren wir in den einzelnen Funktionsbereichen die Aktivitäten der Kinder.

Ästhetische  Bildung

Lernen über die Sinne (Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen) ist die Grundlage und der Ausgangspunkt jeden Wissens und fördert so beim Kind die Entfaltung von Mündigkeit und Kreativität.
Uns ist es wichtig im Alltag dem Kind vielseitige und vielschichtige Anreize zu geben, damit es lernt mit seiner Phantasie und ihren Einsatz in den verschiedenen Bereichen umzugehen.
Täglich hat das Kind bei uns die Möglichkeit sich kreativ im Atelier zu betätigen und vielseitige Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien und Werkzeugen zu machen. (z. B. mit Wasser, Farben, Schere, Hammer, Säge, usw.)
Die Lernwerkstatt ermöglicht einen altersgemäßen Zugang zu technischen Medien wie z. B. einer Schreibmaschine, genauso wird dort der Umgang mit Zahlen und Buchstaben vermittelt.
Musik ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Einmal wöchentlich findet der Singkreis statt. Dort wird gesungen, getanzt und neue Lieder werden eingeübt. Genauso werden der Morgen- und der Abschlusskreis durch die Musik begleitet.
Beim Spielen im Naturgarten werden alle Sinne des Kindes angeregt und angesprochen.

Andere Institutionen

Zum Wohle des Kindes arbeiten wir eng mit verschiedenen Institutionen zusammen.
Zu diesen gehören u.a.:
–          die Frühförderung
–          die Heilpädagogische Hilfe
–          andere Kindergärten in der Umgebung
–          Schulen
–          das Jugendamt
–          etc.

Im Sinne einer vertrauensvollen Zusammenarbeit sind wir für weitere Kontakte jederzeit offen und dankbar.

Weitere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt „ABC- Infoheft“